TATORT BODENSEE 2020


Die Schritte zum Film: Drehbucharbeit und Teamfindung

Bevor es mit dem Drehen losgeht, muss eine ganze Menge erledigt werden. Im Moment steht die Drehbucharbeit an und die Teamzusammenstellung.

Drehbuch übarbeiten ist Arbeit

Im Lauf des Aprils haben sich die drei Autorinnen Caro, Katharina und Michelle insgesamt vier Mal mit Sabine getroffen, um am Drehbuch zu arbeiten. Natürlich virtuell! Dabei haben sie sehr viel über die Figuren und einige „unsaubere“ Stellen im Drehbuch diskutiert. Meist dauerten die Meeting gute zwei Stunden. Außerdem wurden Figurenprofile für die Hauptfiguren erstellt. Ursprünglich waren beim Gewinnerdrehbuch ja keine Figurenbeschreibungen dabei. Dennoch hatten die Autorinnen natürlich Vorstellungen von ihren Figuren. Diese wurden nun in den Figurenprofilen sehr sorgfältig formuliert und verdichtet. Eine klare Figurenzeichnung hilft dabei, die Geschichte plastischer zu machen. Auch bei der späteren Inszenierungsarbeit zwischen Schauspielern und Regieführendem sind sie als Vorarbeit sehr wichtig. Es ist übrigens immer noch nicht klar, welche Positionen im Team die drei Autorinnen einnehmen werden. Aber es macht auch schon jetzt einiges an Mühe, am Film – in diesem Fall am Drehbuch – zu arbeiten. Jedenfalls konnte die Drehbucharbeit Ende April inhaltlich erst einmal abgeschlossen werden.

Im Detail: So wurden die Szenen geändert

Das Drehbuchteam hat ziemlich viele Szenen geändert. Hier mal exemplarisch die Szene 11, die Liebeserklärung. Teilweise war der Dialog hier sehr gestelzt und passte nicht zur Figur Mio und zur Situation. Indem Mio in der neuen Szene 11 NEU (die Änderungen sind gelb) an dieser Stelle andere und ganz bewusst auch mehr Worte sagt, kommt seine Verlegenheit stärker zur Geltung und die Situation bekommt etwas Liebevoll-Humorvolles. Genau die richtige Klimax, bevor das abrupte, traurige Ende einbricht.
In der Szene 3, die ja vorgegeben war, ist das Problem, dass Marilena (Mios Schwester) ebenfalls in den Schülertreff reinkommt und ein Demonstrationsplakat ablegt, also erkennbar auch auf der Demo war. Das passt aber nicht mehr zum weiteren Drehbuch, da Marilena in der Geschichte nun eine alleine lebende Frau und von Beruf Krankenschwester ist. Deshalb wurde in der neuen Szene 3 NEU (Änderungen gelb) die Handlungsbeschreibung angepasst, so dass Marilena im Schülertreff einen Nebenjob hat und dort an freien Wochenenden an der Theke jobt.

Das sieht jetzt gar nicht nach so viel Änderung aus, aber jeder Stelle gingen intensive Diskussionen voraus und die drei Autorinnen konnten jede ihrer Entscheidungen begründen (darauf hat Sabine als Filmpädagogin geachtet).

Das Ton-Team ist bereits gefunden

Nicht alle Videokonferenz-Systeme sind Corona-sicher 😉

Inzwischen konnte auch das Organisatorische in Angriff genommen werden und erste mögliche Drehorte wurden besprochen. Nun gilt es, ein Team zusammenzustellen. Im Freundes- und Bekanntenkreis, meist aus dem Theodor-Heuss-Gymnasium Pforzheim, aber auch vom benachbarten Hebelgymnasium, wollen viele mitmachen. Das erste Department, das die drei besetzen konnten, ist das Ton- und Musikdepartment. Leonie, Jan und Aaron Staude sagen zwar: „Viel Erfahrung haben wir allerdings noch nicht beim O-Ton, eine kleine Einweisung wäre daher nötig.“ Doch genau dafür gibt es ja Oliver Heise, den Supervisor für den Bereich Ton und Musik. Im Musikbereich haben die drei dafür umso mehr Erfahrung. Jan zum Beispiel spielt seit über 10 Jahren Saxophon in verschiedenen Orchestern und Bands. Leonie spielt Klavier und hat zusammen mit ihrem Lehrer eigene Alben und Filmmusik komponiert. Aaron spielt ebenfalls Klavier und singt im Chor. Er bringt zudem Erfahrung mit Digital Audio Workstations ein. Besonders schön ist, dass Jan und Aaron ebenfalls ein Drehbuch eingereicht hatten (sie hatten aber nicht gewonnen). Toll, dass sie nun beim Dreh dabei sind.

Erste Besprechung per Videokonferenz

Am 8. April fand die erste Drehbuchbesprechung zwischen den drei Gewinner-Autorinnen vom Theodor-Heuss-Gymnasium Pforzheim und der Filmemacherin Sabine Willmann statt. Sabine ist nicht nur Dokumentarfilmproduzentin, sondern macht auch seit vielen vielen Jahren Filmprojekte mit Kindern und Jugendlichen. In diesem Jahr betreut sie zum vierten Mal den Gewinnerfilm von TATORT BODENSEE.

Das erste Meeting war in Coronazeiten, wie bei so vielem, natürlich nur online möglich. „Alle waren froh“, beschreibt Sabine die Stimmung, „dass wir auf diesem Weg das Projekt starten konnten und nicht abwarten mussten, bis man sich persönlich treffen kann.“ Neben einem intensiven Gespräch über das Drehbuch, also die Handlung, die Figuren und deren Motivation, wurde bereits auch einiges zum Organisatorischen besprochen. So muss bereits über die Besetzung des Drehteams nachgedacht und Locations müssen gefunden werden.

Fotos: O.Heise/doq-media

Die Motivation der drei Autorinnen ist groß. Katharina fotografiert viel und könnte sich Kamera vorstellen. Caro will Schauspielerin werden, würde sich hier aber möglicherweise auch einen anderen Bereich vornehmen, da sie als Autorin/Gewinnerin sich auch für Vieles verantwortlich fühlt. Michelle interessiert sich generell für die Branche.

Zur ersten Skype-Besprechung kam dann noch Oliver Heise hinzu, Supervisor des Departments Ton und Musik. Auch über die Tongestaltung muss man sich von vorneherein Gedanken machen. Für den 15. April ist die nächste Besprechung angesetzt. Natürlich wieder per Skype.